Stillen // Gesellschaftszwang oder eigene Entscheidung

Hallo,

heute möchte ich über ein Thema schreiben was für mich in wenigen Wochen wichtig wird… das stillen!

Wir alle wissen wie wichtig diese „Sache“ für das Baby ist – es ist gesund, immer perfekt temperiert, frei von Bakterien und Verunreinigungen und laut Medien und Stillverfechtern auch die beste Methode für die Mutter-Kind Bindung.

 

Aber was wenn man sich als Mama nicht so wohl bei der Sache fühlt? Soll man sich das Stillen aufzwingen lassen?

Wie in meinem Krankenhaus Post (Link dazu hier: Check In im Krankenhaus) erzählt habe, hat sich die Schwester im Krankenhaus auch nach knapp 11 Jahren über mein Stillverhalten bei meinem ersten Kind erkundigt und mich höfflich darauf hingewiesen das ich doch nun stillen sollte.

 

Dazu kurz ein Schwenker in die Vergangenheit!

Ich habe meinen Sohn gestillt, jedoch war dies aufgrund flacher Brustwarzen nur mit Hilfe von Stillhutterl/Stillhüttchen möglich. Ich weiß nicht ob es an den Hilfsmittel lag oder an mir, jedoch habe ich mich beim Stillen einfach nicht so wohl gefühlt.  Ich habe dann nach 1,5 Monaten angefangen abzustillen und dieses abstillen mit 2,5 Monaten beendet – das Flascherl geben funktionierte super und mein Sohn und ich genossen essehr. Für mich war dieses „Flascherl geben“ genau so erfüllend wie für andere das Stillen. 

 

Noch heute werden Mamas die nicht stillen wollen mit traurigen oder verachteten Augen angesehen. Überall kämpfen Langzeitstillende, und das sind oft schon die Mamas die länger als 6 Monate stillen, für das Recht überall und immer stillen zu können. Aber im Gegenzug kämpft keiner für das Recht sich gegen das Stillen zu entscheiden.

 

Für mich schaut die Sache so aus, es ist mein Körper, es ist meine Entscheidung. Wenn ich im Krankenhaus einen frisch gebackene Mama sehe bei der das Stillen einfach nicht klappen mag, die Nachts nicht mal wach wird wenn es Zeit wird abzuzpumpen, die es nicht schafft ohne ein Zigarette über den Tag zu kommen – warum zwinge ich sie weiter das Stillen zu probieren und schicke sie täglich zur Stillambulanz. Warum kann man nicht einfach sagen: Ok sie wollen nicht stillen? Es ist in Ordnung, sie entscheiden!

 

Das stillen soll für beide Parteien – also das Baby und die Mutter – passen. Es sollte nicht der Gesellschaftliche Zwang sein.

 

Wenn ich beim Stillen die ganze Zeit in den Fernseher glotze – und nicht die Zeit der Nähe und des Kuschelns genieße – werde ich nicht mehr Beziehung und Bindung aufbauen als wenn ich mein Kind mit dem Flascherl füttere und es dabei die ganze Zeit anhimmle und  ihm meine ganze Aufmerksamkeit widme.

 

Wie ich es also nun bei Baby Nr. 2 mache? Ich werde wieder zu stillen beginnen und wenn es für uns beide passt, werden wir so lange stillen wie es uns beiden gefällt.

 

Also bitte, bitte lässt euch nie einreden ihr müsst irgendetwas machen nur weil es die Gesellschaft, die Oma, die Hebamme oder die Krankenschwester für besser findet.

Ihr entscheidet ob das Baby rosa trägt oder grün, ob es einen Schnuller bekommt oder nicht, ob es im Elternbett schläft oder im eigenem Zimmer, und auch ob ihr stillen wollt oder nicht. Ob ihr das Ende der 6 Monate „Standartstillzeit“ nicht mehr abwarten könnt oder das Kind so lange stillt wie das Kind es möchte. – jeden das seine!

 

Eure Lexa

 

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